Morgens beim Aufstehen helfen, beim Waschen unterstützen, ein Hilfsmittel richtig einsetzen oder einen Menschen sicher vom Bett in den Sessel begleiten: Wer zum ersten Mal einen Angehörigen pflegt, steht plötzlich vor vielen Aufgaben, die vorher ganz selbstverständlich von Fachpersonal übernommen wurden.

Was viele Familien nicht wissen: Für genau solche Situationen gibt es kostenlose Pflegekurse.

Niemand muss jeden Handgriff durch Ausprobieren lernen. Pflegekurse nach § 45 SGB XI vermitteln praktische Kenntnisse für die Pflege zu Hause und helfen Angehörigen dabei, sicherer mit neuen Aufgaben umzugehen.

Kosten Für Teilnehmende kostenlos
Teilnahme Kein eigener Pflegegrad notwendig
Kursformen Vor Ort, online oder zu Hause

Pflege muss niemand einfach „irgendwie lernen“

Viele Familien wachsen Schritt für Schritt in eine Pflegesituation hinein.

Zuerst wird vielleicht nur beim Einkauf geholfen. Später kommt Unterstützung beim Anziehen hinzu. Nach einem Krankenhausaufenthalt muss plötzlich beim Aufstehen, Waschen oder Umsetzen geholfen werden.

Genau hier setzen Pflegekurse an.

Sie vermitteln Wissen und praktische Fähigkeiten, die im täglichen Umgang mit einer pflegebedürftigen Person gebraucht werden. Gleichzeitig helfen sie dabei, auch die eigene körperliche und seelische Belastung im Blick zu behalten.

Das Ziel ist nicht, Angehörige zu professionellen Pflegekräften zu machen.

Vielmehr sollen alltägliche Situationen verständlicher, sicherer und leichter werden.

Auch wer gerade erst beginnt, darf teilnehmen

Pflegekurse richten sich vor allem an pflegende Angehörige und ehrenamtlich Pflegende.

Man muss aber nicht bereits seit Monaten oder Jahren pflegen.

Auch Menschen, die wissen, dass in ihrer Familie bald mehr Unterstützung notwendig wird, können sich frühzeitig informieren.

Das ist zum Beispiel hilfreich, wenn ein Elternteil nach einem Krankenhausaufenthalt Unterstützung zu Hause braucht oder sich der Hilfebedarf langsam verändert.

Für einen allgemeinen Pflegekurs ist kein eigener Pflegegrad notwendig.

Auch die Person, die später unterstützt werden soll, muss für öffentliche Gruppen- oder Onlineangebote nicht bereits einen anerkannten Pflegegrad haben.

Das macht die Kurse gerade am Anfang interessant: Wissen lässt sich aufbauen, bevor aus einer neuen Situation Unsicherheit entsteht.

Was Angehörige dort praktisch lernen

Die genauen Inhalte unterscheiden sich je nach Kurs. Viele Angebote sind bewusst nah am Pflegealltag aufgebaut.

Typische Themen sind:

  • rückenschonendes Unterstützen und Bewegen
  • Mobilisation
  • sicheres Umsetzen, etwa vom Bett auf einen Stuhl
  • Körperpflege und Hygiene
  • Umgang mit Hilfsmitteln
  • Sturzvermeidung
  • Organisation im Pflegealltag
  • Umgang mit körperlicher und psychischer Belastung
  • Selbstfürsorge für pflegende Angehörige

Besonders hilfreich sind häufig die kleinen praktischen Dinge.

Wer regelmäßig beim Aufstehen hilft, merkt schnell, wie sehr eine gute Technik den eigenen Rücken entlasten kann.

Auch der Umgang mit Rollator, Pflegebett oder anderen Hilfsmitteln wird einfacher, wenn er einmal in Ruhe gezeigt wurde.

Drei Wege, Pflegewissen zu bekommen

Gemeinsam vor Ort

In klassischen Pflegekursen zeigen Fachpersonen praktische Handgriffe und erklären wichtige Grundlagen.

Gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit, sich mit anderen Angehörigen auszutauschen.

Flexibel online

Digitale Pflegekurse lassen sich gut in den Alltag integrieren und eignen sich besonders für grundlegendes Wissen.

Je nach Angebot können Inhalte flexibel bearbeitet werden.

Direkt zu Hause

Bei einer individuellen Schulung wird die konkrete Situation in der Wohnung betrachtet.

Das ist besonders praktisch, wenn es um einen bestimmten Transfer, ein Hilfsmittel oder die räumliche Situation geht.

Ein allgemeiner Pflegekurs vermittelt vor allem Grundlagen. Eine individuelle Schulung zu Hause beschäftigt sich dagegen mit der tatsächlichen Pflegesituation vor Ort.

Die Teilnahme kostet nichts

Bei den Kosten ist die Regel angenehm einfach:

Pflegekurse nach § 45 SGB XI sind für die Teilnehmenden kostenlos.

Die Pflegekassen müssen entsprechende Schulungsangebote zur Verfügung stellen beziehungsweise deren Durchführung ermöglichen.

Für den Pflegekurs selbst ist kein eigener Kostenbeitrag vorgesehen.

Den passenden Kurs findet man am einfachsten über die Pflegekasse

Wer teilnehmen möchte, kann sich direkt an die Pflegekasse wenden.

Dort lohnt es sich, ausdrücklich nach einem Pflegekurs oder einer Pflegeschulung nach § 45 SGB XI zu fragen.

Dabei kann direkt genannt werden, welche Form interessant ist: ein Kurs vor Ort, ein digitales Angebot oder eine Schulung in der eigenen Wohnung.

Wer bereits ein bestimmtes Thema im Kopf hat – zum Beispiel Mobilisation, Demenz oder den Umgang mit einem Hilfsmittel – sollte das ebenfalls ansprechen.

So lässt sich leichter ein Angebot finden, das tatsächlich zur eigenen Situation passt.

Gut zu wissen

Pflegende Angehörige müssen nicht warten, bis die Belastung zu groß wird. Gerade zu Beginn einer Pflegesituation kann ein Pflegekurs helfen, gute Abläufe von Anfang an kennenzulernen.

Auch später kann eine Schulung noch sinnvoll sein

Pflege bleibt selten über Jahre genau gleich.

Vielleicht wird nach einem Krankenhausaufenthalt plötzlich mehr Unterstützung gebraucht. Vielleicht verändert sich die Beweglichkeit. Oder ein neues Hilfsmittel kommt hinzu.

Dann ist es sinnvoll, sich einzelne Abläufe noch einmal zeigen zu lassen.

Das eigene Wissen darf mit der Pflegesituation mitwachsen.

Wenn neben der Pflege weitere Fragen entstehen

Ein Pflegekurs vermittelt vor allem praktische Fähigkeiten.

Im Alltag geht es aber häufig zusätzlich um Pflegegrad, Leistungsansprüche, Entlastungsmöglichkeiten oder die Organisation geeigneter Unterstützung.

Dafür gibt es bei RentAHand persönliche Ansprechpartnerinnen. Unsere Pflegeberatung hilft dabei, die individuelle Situation verständlich zu sortieren und die nächsten Schritte einzuordnen.

Shari Issa-Born – Pflegeberatung bei RentAHand
Shari Issa-Born
Pflegeberatung bei RentAHand

Ansprechpartnerin bei Fragen zu Pflegegrad, Pflegeleistungen und der Organisation geeigneter Unterstützung.

Shari Issa-Born kontaktieren
Meike Schmitt – Pflegeberatung bei RentAHand
Meike Schmitt
Pflegeberatung bei RentAHand

Ansprechpartnerin bei Fragen zu Pflegegrad, Pflegeleistungen und der Organisation geeigneter Unterstützung.

Meike Schmitt kontaktieren

So haben Sie bei Fragen rund um Pflegegrad, Pflegeleistungen und die Organisation der Unterstützung direkte Ansprechpartnerinnen bei RentAHand.

Gut vorbereitet in die Pflege zu Hause

Wer einen Angehörigen unterstützt, muss nicht jeden Handgriff selbst herausfinden.

Kostenlose Pflegekurse vermitteln Wissen, das im Alltag Sicherheit schaffen kann.

Manchmal reicht bereits eine kleine Veränderung der Technik. Manchmal hilft eine individuelle Schulung zu Hause. Und manchmal ist vor allem wichtig zu wissen, welche Aufgaben nicht allein übernommen werden müssen.

Je früher solche Fragen geklärt werden, desto leichter lässt sich Unterstützung zu Hause organisieren.

Pflegesituation gemeinsam besprechen

Bei Fragen zu Pflegegrad, Pflegeleistungen und möglichen Entlastungsangeboten unterstützt unsere Pflegeberatung dabei, die nächsten Schritte verständlich zu sortieren.

Pflegesituation gemeinsam besprechen